Ernst-Friedrich Münkel (Pastor in Lokstedt 1948-1965)

Münkel kam 1948 aus der Kriegsgefangenschaft nach Lokstedt. Mit seinem Charisma und seiner Gradlinigkeit hat er viele Menschen, besonders auch Konfirmanden, beeindruckt. Man sah ihn stets auf seinem Fahrrad - denn er besaß nie ein Auto. Er organisierte Sommerlager für die Jugendlichen und hielt Predigten zum „Anfassen"; er hatte die Gabe, auch komplizierte Sachverhalte einfach und verständlich darzustellen. 

Karl Petters (Pastor in Lokstedt 1951-1975)

Organisierte Ausfahrten und Mittagessen für Senioren, Freizeiten für Konfirmandeneltern. Seine Kriegserlebnisse - und die Gefangenschaft in der russischen Taiga - haben ihn tief geprägt, und das kam immer wieder auch in seinen Predigten zum Ausdruck. Zusammen mit Pastor Münkel und anderen weihte er am 11.11.1956 - seinem Geburtstag - die neugebaute Christ-König-Kirche ein. Ab 1974 baute er die Altenheimseelsorge im Lohkoppelweg auf und engagierte sich hier noch im Ruhestand bis 1978.

Martin Bols (Pastor in Lokstedt 1955-1961)

Wohnte im Pastorat Clematisweg 1, war später Pastor und dann bis 1976 Propst in Niendorf. Seine Bodenständigkeit und die plattdeutschen Predigten sind vielen Hörerinnen und Hörern von damals in Erinnerung.

Dr. Hans-Jürgen Brandt (Pastor in Lokstedt 1961-1964)

Wohnte im Pastorat Clematisweg, später erster Pastor der 1964 neugegründeten Petrusgemeinde. Seine sehr klugen und intellektuell anspruchsvollen Predigten waren Vorboten für seine spätere Tätigkeit als Leiter des evangelischen Zentrums in Rissen.

Gerd Henschen (Pastor in Lokstedt 1965-1971)

In seiner Amtszeit begann die offene Jugendarbeit im Gemeindehaus Bei der Lutherbuche: Die Freitagsdiskothek zog bis zu 300 Jugendliche an - mit teilweise erheblichen Konsequenzen für das Mobiliar und die nachbarschaftlichen Beziehungen der Kirchengemeinde. Der Pragmatiker Henschen sorgte dafür, dass jeden Freitag abend das Gemeindehaus ein „Haus der offenen Tür" für die Jugendlichen wurde.Henschen „trat in Lokstedt durch seine konsequente, manchmal wohl auch kompromisslose Liebe zu den Unterprivilegierten wie auch durch seinen ‘demokratischen’ Arbeitsstil hervor." (Grigat 395)

Johannes Schlemmer (Pastor in Lokstedt 1967-1994)

Fast 30 Jahre lang war der Name „Schlemmer" ein Symbol für Kontinuität und Beständigkeit in der Lokstedter Kirchengemeinde. Mit seinen „unpastoralen" Erfahrungen aus der Industrie zählte er sich anfangs zu den progressiven Kräften der Kirche, initiierte viel Neues, hielt die wilden 70er Jahre aus (und sie ihn). Sein hintergründiger, trockener Humor und seine sorgfältige theologisch Arbeit haben Spuren hinterlassen. Dass er sich selbst am Ende seiner Amtszeit unter den Konservativen wiederfand, ist seiner Beständigkeit angesichts sich rasch verändernder Zeiten zuzuschreiben.

Peter Witt (Pastor in Lokstedt 1970-1980)

Wirkte als junger, eher progressiver Seelsorger. Er führte ein offenes Haus am Clematisweg und sorgte für viele Freizeitaktivitäten, wie z.B. Fahrradtouren mit Konfirmanden und deren Eltern, einem Tanzkreis für Erwachsene im Gemeindehaus Winfriedweg - wo er mit seiner Frau mittanzte.
Außerdem war er aktiv in der Seniorenbetreuung im damaligen Pflegeheim Lokstedt. Der Konfirmandenunterricht ist manch einem noch als sehr lebhaft und ungemein motivierend in Erinnerung geblieben. Unvergessen waren seine alljährlichen Weihnachtspredigten mit der Bitte um eine großzügige Kollekte. 

Rolf Leitmann (Pastor in Lokstedt 1970-1991)

Geboren und aufgewachsen in Dortmund, wo er von 1960 bis 1970 Pastor an der Friedenskirche war. In dieser Zeit war er nebenberuflich "im Revier" auch als Gefängnis-Seelsorger tätig.
Aus gesundheitlichen Gründen zog es ihn für sehr lange Zeit nach Hamburg-Lokstedt. Er blieb seiner alten Heimat immer sehr verbunden und ging im Oktober 1991 in den Ruhestand.

Klaus Zimmermann (Pastor in Lokstedt 1971-1979)

Einer seiner Schwerpunkte war die Jugendarbeit, die Offene Jugendarbeit mit der Freitagsdiskothek. Sein politisches Engagement trug ihm in der Gemeinde nicht nur Freundschaften ein. Mit großer Aufmerksamkeit und viel Spontaneität hat er auf seine die Kirchengemeinde geprägt. Hohe Wellen schlug 1973 eine von der ‘nachrichten"-Redaktion eröffnete Debatte über die Auferstehung Jesu, in die sich auch Zimmermann einschaltete und für seine Positionen von verschiedenen Gemeindegliedern angegriffen wurde.

 

Dr. Hans-Werner Müsing (Pastor in Lokstedt 1976-1980) 

Müsing rechnete in seiner ersten Pfarrstelle in Lokstedt damit, dass die Kirche als Repräsentantin der Ordnung in den Umbruchszeiten der späten 70er Jahre die Menschen gewinnen könnte - mit neuen Formen für Gottesdienste und Seelsorge. Er initiierte und leitete eine sehr aktive Laien-Schauspielgruppe, die immer wieder die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierteNeue Methoden wie die „Themenzentrierte Interaktion" und der Aufbau intellektuell anspruchsvoller Gesprächskreise ließen die Gemeinde ahnen, dass Müsing an Leitungsämtern interessiert war: Er wechselte als Referent in das Nordelbische Missionszentrum.

Wolfgang Held (Pastor in Lokstedt 1980-1984)

Der sensible Held stellte immer wieder Selbstverständlichkeiten infrage, auch die seines eigenen Amtes, und regte damit wichtige Diskussionen für das Gemeinde-Selbstvertändnis an. Seine politisch eher linke Orientierung und seine Verlässlichkeit in Beziehungen waren ideale Voraussetzungen für Begegnung mit Jugendlichen. Sein Schwerpunkt „Jugend" führte ihn schließlich ins Jugendpfarramt des Kirchenkreises, als die Gemeindepfarrstelle gestrichen wurde.

Rosemarie Wagner-Gehlhaar (Pastorin in Lokstedt 1981-1985)

Die erste Pastorin in der Christ-König-Gemeinde brachte manches in Bewegung: Ihre aktive und professionelle Öffentlichkeitsarbeit war etwas qualitativ Neues. Ihre Vorstellung vom Pfarramt war nicht durch alte Traditionen geprägt, sondern durch erfrischende Natürlichkeit und durch „Begegnung auf Augenhöhe"Ihre Nähe zu einzelnen Gemeindgliedern sorgte allerdings auch für Turbulenzen. Inzwischen ist sie als Rundfunkpastorin tätig.

Andreas Nohr (Pastor in Lokstedt 1986-1995)

Mit Nohr und seiner großen Familie zog Weiteres in Lokstedt ein: Der Computer als pastorales Werkzeug und dann die koreanische Gemeinde, die hier Quartier nahm. Neben der Partnerschaft zur koreanischen Gemeinde organisierte Nohr auch die Partnerschaft mit den Kindergärten in Quilmes, die Flüchtlingsarbeit im Pavillondorf Niendorfer Straße und engagierte sich bei Terre des hommes. Seine phantasievollen und geschichtenreichen Predigten und die Kompetenz für Verwaltung und Organisation (Diakoniestation und Archiv) haben Spuren in der Gemeinde hinterlassen und für hohe Akzeptanz gesorgt.

Wolfgang Speck (Pastor in Lokstedt 1994-1995)

Mit Nohr verband ihn eine lange Freundschaft, die auch mit ähnlichen Erfahrungen in Lateinamerika im Zusammenhang standen. Seine Erfahrungen mit einer Auslandspfarrstelle in Bolivien (1988-1994) machten es dem empfindsamen Speck nicht immer leicht, sich in die Strukturen einer aufgeklärt-modernen deutschen Kirchengemeinde einzufügen. Die Auseinandersetzung im Andreas Nohr hat ihn bewogen, dieses heiße Pflaster zu verlassen.

Heute ist er Soldatenseelsorger im Ausland.

Rudolf Wolter (Pastor in Lokstedt 1996-1999)

Rudolf Wolter war seit den 80er Jahren politisch engagierter Pastor der Petrusgemeinde, initiierte dort zahlreiche soziale Projekte wie das Servicehaus und das Kinderhaus Janusz-Korczak - z.T. gegen manchen Widerstand - und kümmerte sich intensiv um die Menschen in der Lenzsiedlung. Nach der Fusion 1996 übernahm er den Vorsitz des Gesamt-Kirchenvorstands und prägte hier Diskussionskultur und auch die Atmosphäre.

Hilke Siebels (Pastorin in Lokstedt 1995-2002)

Die „spätberufene" Pastorin hatte sich von 1991 bis 1995 in der Petrusgemeinde eine Stelle mit Anke Zorn geteilt und bewarb sich dann mit ihr zusammen auf eine der beiden vakanten Stellen an Christ-König. Mit ihrem literarischen Schwerpunkt, der Seniorenarbeit und ihrem Faible für die schöne Gestaltung von Festen und Räumen sorgte sie für Verbindungen zwischen den beiden zusammenwachsenden Kirchengemeinden. Nachhaltige Wirkung entfaltet ihr Einsatz für die grundlegende Sanierung und Neugestaltung des Gemeindehauses bei der Lutherbuche.

Anke Zorn (Pastorin in Lokstedt 1995-2002)

Wie Hilke Siebels war auch sie zuvor Pastorin in der Petrusgemeinde gewesen und übernahm beim Wechsel zur Lutherbuche die Kinder- und Schülergottesdienste, verband die Begleitung des Kindergartens Bei der Lutherbuche mit ihrer Leidenschaft für lebendige und phantasievolle Familiengottesdienste. Sie war bis zum Jahr 2002, als sie mit ihrer Familie in die Vereinigten Staaten umzog, die Pastorin loci.

Wiebke Rogall-Machona (Pastorin in Lokstedt 1996-2001)

Zunächst mit einer halben, dann ab 1999 mit einer ganzen Pfarrstelle widmete sie ihre Kraft der Arbeit in der Petruskirche und im Kinderhaus Janusz-Korczak. Ihre Kraftquelle waren der Meditative Tanz, die stimmungsvollen Abendgottesdienste in der Petruskirche und auch die Arbeit mit der Südafrikagruppe. Die Leitung des streitbaren Kirchenvorstands und die heftigen, z.T. verletzenden Auseinandersetzungen um den möglichen Verkauf der Petruskirche und den tatsächlichen Verkauf des Gemeindehauses waren Herausforderungen, die ihre Kräfte weitgehend aufzehrten. 

Margrit Wolf (Pastorin in Lokstedt 1995-2001)

Pastorin Wolf war zuvor eingebunden in die Frauenarbeit des Amts für Gemeindedienst und mit ihrer Pfarrstelle in der Paul-Gerhard-Gemeinde in Norderstedt eingesetzt. Sie förderte insbesondere die Eine-Welt-Arbeit, initiierte eine neue Veranstaltungsform, „Musik und Lesungen" am Freitag abend und fiel durch ihre eigenwilligen Predigten auf. Zeitweise übernahm sie die Leitung des Kirchenvorstands, zog sich dann im Herbst 2001 aus persönlichen Gründen zurück.

Hilma Hübbe (Pastorin in Lokstedt 1989-2009)

Pastorin Hübbe betreute in erster Linie die älteren Menschen in den Lokstedter Senioren- und Pflegeheimen seelsorgerlich und gottesdienstlich. Zunächst nur in der Seniorenwohnanlage Lokstedt und im Haus der Feddersenstiftung, später kam auch im Heim im Lohkoppelweg. Durch zahlreiche Seminaren konnte sie Ehrenamtliche gewinnen, die sie bei ihrer umfangreichen Arbeit unterstützen. Als weitere Heime dazukamen (Das Haus ProSeniore im Gazellenkamp und ganz neu das Haus Vitalis), bauten ihr Mann und sie den Ökumenischen Trägerverein für Altenheimseelsorge auf, um durch zusätzliche Einnahmen neue Möglichkeiten für die Altenheimseelsorge zu eröffnen. 

Christoph Thoböll (Pastor in Lokstedt 2002-2010)

Nach dem Vikariat in Rickling kam Thoböll nach Lokstedt, zunächst in erster Linie für die Arbeit im Bereich der Petruskirche und die Kontakte zur Koreanischen Gemeinde. Wie für seine Vorgängerin Rogall-Machona war die Begleitung des Kinderhauses Janusz-Korczak eine seiner Hauptaufgaben, daneben engagiert er sich politisch in der Stadtteilarbeit, kümmerte sich um die Bauangelegenheiten der Gemeinde und war einer der Ansprechpartner für die Jugendarbeit. Neben der Arbeit mit Schulkindern (Schülerkirche) lag ihm die Redaktion des Gemeindebriefs am Herzen.

Bernd Müller-Teichert (Pastor in Lokstedt seit 2002)

Müller-Teichert sammelte wichtige Erfahrungen als Referent in der Stiftung Alsterdorf, kam dann nach Lokstedt und koordiniert als studierter Betribswirt die Finanzplanung der Kirchengemeinde. Als Vorsitzender des Kirchenvorstands vertritt er die Gemeinde nach außen. Besondere Akzente setzt er durch Ausstellungen und Vorträge, die er im Rahmen des „Culturforums" für die Kirchengemeinde organisiert. Seine Liebe zur Poesie und zur bildenden Kunst findet hier und in seinen Gottesdiensten ihren Ausdruck.

Annette Müller (Pastorin in Lokstedt seit 2003)

Seit August 2002 war sie bereits als Vakanzvertretung in der Gemeinde tätig und wurde im Januar 2003 eingeführt. Ihre Schwerpunkte sind der Kindergarten Bei der Lutherbuche, die Kinderkirche, Meditationsangebote, Familiengottesdienste und Angebote für Senioren. Daneben bereitet sie immer wieder sorgfältig geplante Reisen vor, nach Irland und Polen und ins Baltikum. Behutsamkeit in der Seelsorge und im Umgang mit Menschen sind die Frucht aus der langjährigen Erfahrung als Krankenhausseelsorgerin.

 

Pastor Claus-Folkert Hoppe (Pastor in Lokstedt seit 2010)

2010 zog Claus-Folkert Hoppe mit seiner Familie in das Pastorat im Winfridweg. Nach vielen Auslandserfahrungen, ist dies seine erste Gemeindepfarrstelle. Seine indische Frau Joy ist ebenfalls Theologin, die Töchter Fiona und Fenja sind vier und ein Jahr alt. Claus Hoppe bringt ökumenische Weite mit in die Lokstedter Gemeinde, einen Lebens- und Glaubenshorizont, der hilft, die Möglichkeiten kirchlichen Alltags zeitgemäß zu gestalten: ob in der Bibelstunde im New Living Home, in der Begleitung der Kinder und Mitarbeiterinnen im Kinderhaus Janusz Korczak, im Dialog mit der Koreanischen Gemeinde und Anstoß e.V. sowie bei  Abenden zum Thema „Ökumene". Eine Gemeindereise im vergangenen Jahr nach Rom, wo er ein Jahr im Auslandsvikariat verbracht hatte, war für die Mitreisenden eine bereichernde Erfahrung.