Vizelin  ( ca. 1090 - 1154)

Er wurde in Hameln geboren und nach dem frühen Tod der Eltern bei seinem Onkel, einem Geistlichen, bei Hameln erzogen. Nach seinem Studium in Paderborn kam er 1118 nach Bremen und wurde dort scholasticus und damit Leiter der Domschule.

1123-1126 studierte er in Laon (Frankreich) die damals moderne dialektische Theologie, lernte eine Reformbewegung für Kleriker kennen und begegnete Norbert von Xanten, der ihn 1126 in Magdeburg zum Priester weihte. Vizelin ging dann nach Bremen zurück und wurde von Erzbischof Adalbero als Missionar zu den Wenden in Wagrien (Ostholstein) gesandt.

Im Grenzgebiet zwischen Sachsen und den Wendenlanden gründete er die Stifte (Klöster) Neumünster und Segeberg. Seine Missionsversuche unter den Wenden schlugen zwar weitgehend fehl, aber ihre Niederlage im Wendenkreuzzug 1147 zwang die Wenden zur Christianisierung und ermöglichte den Neuaufbau der Kirchenstruktur. 1149 wurde Vizelin zum Bischof von Oldenburg/Holstein ernannt, konnte und musste aber wegen politischer Streitigkeiten um die nordelbischen Bistümer zunächst in Neumünster bleiben.

Als Beauftragter des Bremer Erzbischofs Adalbero gründete er Kirchen in seinem Bistum in Bosau, Oldenburg und Bad Segeberg. Er starb am 1154 in Neumünster. Hier wurde er zunächst begraben und als Heiliger verehrt. Im 14. Jahrhundert gelangten seine Gebeine nach Bordesholm, wo sie in der Reformationszeit verlorengingen. Abbildungen zeigen Vizelin stets mit einer Kirche auf dem linken Arm.

Sein Leben wurde aufgezeichnet in der „Slawenchronik" von Helmold von Bosau.

 

Vizelin, dem "Apostel der Slawen", und seinem Nachfolger Gerold wird die Christianisierung der slawisch besiedelten Gebiete zugeschrieben. Auch ihr Vorhaben wurde von empfindlichen Rückschlägen getroffen, endete aber schließlich erfolgreich, weil es von der politischen Entwicklung begünstigt wurde.