Winfrid - Bonifatius  ( ca. 673 - 754 )

Bonifatius, geboren um 673 als „Wynfreth" im damaligen Kleinkönigtum Wessex im Südwesten Englands (in der heutigen Grafschaft Devonshire), erschlagen 754 bei Dokkum, war ein mutiger Missionar, Kirchenmanager und Klostergründer.

Als Kind schon im Kloster Exeter erzogen, leitete er später die Klosterschule im nahen Kloster Nursling. Hoch gebildet und tief geprägt von der angelsächsischen kirchlichen Geisteswelt verließ er mit 40 Jahren seine Heimat, um in der Fremde die Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren - und sein erster Versuch bei den Friesen 716 scheiterte. Nach seiner Rückkehr nach England zog er 718 nach Rom und wurde vom Papst, der ihm den Namen des Märtyrers Bonifatius verlieh, mit der Heidenmission beauftragt.

Bonifatius missionierte erfolgreich, unterstützt von der Reichsgewalt, in Süd- und Mitteldeutschland, wurde 722 Bischof, 732 Erzbischof und 737 päpstlicher Legat und richtete durch die Gründung von Bistümern in Süddeutschland eine kirchliche Struktur ein.

Den missionarische Misserfolg von 716 hat er wohl lebenslang nicht verwunden, deshalb unternahm er im hohen Alter einen erneuten Missionsversuch bei den Friesen und wurde von ihnen während eines Gottesdienstes im Jahr 754 erschlagen. Der Legende nach soll sich Bonifatius mit einer vor den Kopf gehaltenen - und im Dommuseum Fulda erhaltenen - Bibel vor den Schwerthieben der Mörder geschützt haben.

Bonifatius war nicht bloß ein Mann der Worte: er überzeugte in einer Zeit, die von heidnischen Gebräuchen und verworrenen christlichen Vorstellungen geprägt war, die Menschen auch mit Taten wie der legendären spektakulären Fällung der Donareiche bei Geismar, des germanischen Baumheiligtums.
Aus ihrem Holz soll er eine Kirche errichtet haben. Streng verfolgte Bonifatius das sittenlose Leben der Geistlichen und trieb die Errichtung kirchlicher Strukturen durch die Abhaltung von Synoden voran. Feinde machte er sich unter den Adligen, deren Bereicherung an Kirchengut er rücksichtslos anprangerte.

Im Jahr 2004 jährte sich sein Tod zum 1250. Mal. Viele, insbesondere kirchennahe, Medien haben an Bonifatius erinnert, an seine missionarischen und kirchenorganisatorischen Erfolge, aber auch an sein rücksichtsloses Durchsetzungsvermögen und seine Ergebenheit gegenüber dem Papst.